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08.1999 [ go ]

Flugzettel August 1999

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01.08.1999 [ go ]

flyer 1. august 1999

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>> small talk mit mogwai [ go ]

dass man mit chill-out-musik ein eigenes club-projekt auf die beine stellen kann, konnten sich vor "kreislauf" nur wenige vorstellen. auch wir haben zugegebenermaßen etwas gestutzt, als uns im august 97 die einladung zur kreislauf-eröffnung, damals noch im ms connexion, ins büro flatterte. mogwai und tom, die sich dafür verantwortlich zeigen, haben die welt eines besseren belehrt und feiern am 01. september bereits das 2-jährige bestehen ihres gemütlichen montag-happenings. wir trafen mogwai zum interview und sprachen über zigaretten, philosophie und über das geheimnis ihres erfolges.

sub culture: erzähl doch mal kurz, wie kamt ihr eigentlich auf die idee, einen ambient-club zu veranstalten, und das auch noch montags? ein vorhaben, wovon euch sicherlich viele club-veranstalter abgeraten hätten...

mogwai: da ambient im vergleich zu anderen stilen eher meine musikrichtung ist, als dj und auch privat, war das schon im vorfeld klar. beim zigarettenrauchen sind tom und ich auf die idee gekommen, das als club zu machen. als auswahl standen zwei tage, sonntag oder montag, und wir haben uns für letzteren entschieden, weil da eh nix los ist und der zu den öffnungszeiten des ms connexion gut passte.

sub culture: und wieso "kreislauf" [doofe frage]

mogwai: weil der name witzig ist und weil bei der eröffnung in der stage des connexion die hintere tür zum garten offen war, man dort rauslaufen und vorne wieder reinkommen konnte. [doofe antwort]

sub culture: echt? hab ich gar nicht mitbekommen, da muß ich wohl im sofa versackt sein...

mogwai: da sind wohl fast alle im sofa versackt...

sub culture: mal im ernst, habt ihr mit so einem erfolg gerechnet?

mogwai: ehrlich gesagt nein. durch unsere tätigkeit im connexion haben wir schon eine ahnung von öffentlichkeitarbeit gehabt und gewußt, wie wir sowas aufziehen müssen, aber dass bei der eröffnung 70 leute kommen, damit hat keiner gerechnet.

sub culture: inzwischen arbeitet ihr ja nicht mehr im connexion, läuft der montag so gut, daß ihr davon leben könnt?

mogwai: also geld verdienen tun wir damit keins. kreislauf ist und soll ein null-auf-null projekt bleiben, eine art hobby, wo wir uns selbstverwirklichen können. wir machen das schon für den spass und gehen zum geldverdienen bürgerlichen tätigkeiten nach.

sub culture: hier in der region bist du eigentlich der gefragteste und bekannteste chillout-dj (und das, obwohl du ausschliesslich mit cds auflegst...), ob das jetzt bei einer future, sounds of life, time warp oder sonstwo war. wie kam´s soweit? liegt das daran, daß du schon von anfang an ausschliesslich diese schiene fährst, oder wie erklärst du dir das?

mogwai: ich selbst kann das gar nicht einschätzen. ich bekomme das zwar mit und bin immer ganz verblüfft, wenn mich irgendwelche leute ansprechen und meinen, sie kennen mich schon eine ganze weile lang. im prinzip mache ich halt mein ding, und das hauptsächlich in der gegend, auch regelmäßig ausserhalb, aber dass ich jetzt sagen könnt, ich wär berühmt, das kann ich selbst nicht beurteilen.

sub culture: aber eigentlich ist es doch schon so, dass es kaum eine grosse party mit chill-out ohne dich gibt - zumindest wüsste ich gerade kein beispiel.

mogwai: ja - wüsste ich auch nicht... schon irgendwie komisch...

sub culture: früher war ein chill-out eher ein notwendiges übel, heute achten die leute bewusster darauf, dass auf grossen parties einer vorhanden ist. kann man sagen, dass "chill out" selbständiger geworden ist?

mogwai: ja auf alle fälle. eine art chill-out-club hat es ja schon vor ein paar jahren im frankfurter xs gegeben, das war dann damals aber mehr so ein gag. heute ist so ein fester club denkbar, nicht nur in mannheim auch in anderen städten. dadurch, dass die leute auch offener geworden sind bezüglich anderer musikrichtungen und sich nicht nur noch für "ihre" musik entscheiden, ist sowas möglich geworden.

sub culture: worin liegt der erfolg von ambient?

mogwai: ambient ist ja schon vom begriff her recht schwammig, man kann an einem abend so viele unterschiedliche stile in einem set vereinen, wie kaum woanders, was sicherlich auch mehr leute anspricht. ausserdem lässt ambient dem hörer die wahl, ob er nur zuhört oder irgendwann darauf tanzen will, wenn er gerade lust dazu hat. den einfluss von drum´n´bass halte ich in diesem zusammenhang für sehr wichtig. ambient ist einfach vielseitiger als alles andere.

sub culture: drum´n´bass ist da ja eigentlich ein krasser widerspruch weil ursprünglich für schnelles tanzen gedacht, um noch heftiger abzufeiern, welches nun immer häufiger als stilmittel für ambient gebraucht wird. wie erklärt man sich sowas?

mogwai: ja, das frage ich mich auch, lässt sich schwer sagen... drum´n´bass ist für mich eine sehr gefühlsbetonte musik, bei der man auch locker rumhocken kann. ganz wichtig ist dabei auch die art der präsentation. als beispiel legt der jonathan oft auf parties die gleichen platten auf, wie ich im chill out. bei ihm tanzen die leute, im kreislauf hören sie zu - und rauchen zigaretten...

sub culture: jonathan legt ja auch bei deinem geburtstag auf! wann war der nochmal?

mogwai: am montag den 2. august! da werde ich 30. gefeiert wird wie immer im kreislauf im ixxs, werftstr. 25, mannheim-jungbusch.

adrian rodi
© 1999 sub culture (08/99)

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